(Januar 1944)

Köln-Riehl,  den 3o.Januar 1944

[Persönliche Schilderung Besuch Sohn Josef ]

 Keine weiteren Aufzeichnungen Kriegsfolgen

 (Februar 1944)

Dienstag, den 22.2.44

Heute war ich noch einmal beim D. Roten Kreuz, Nachforschungsstelle für Vermisste in Köln-Lindenthal, Franzstr. 10. Ich habe nochmals wegen unserem lieben Hans vorgesprochen, der nun schon über ein Jahr in Stalingrad vermisst ist. Man versprach mir, daß Nachforschungen angestellt würden. Stalingradkämpfer würden besonders behandelt. Es bestände die Möglichkeit, über die Schweiz etwas zu erfahren. Ich glaube aber, wir müssen das Kriegsende abwarten, ehe wir etwas Sicheres erfahren können. Es ist nervenzermürbend.

 (April 1944)

Fliegerangriff am Donnerstag/Freitag, den 20/21. April 1944

In der Nacht vom 20/21 .April hatten wir einen sehr, sehr schweren Angriff feindlicher Bomber zu bestehen. Es war eine schreckliche Stunde, die wir aushalten mussten und wo wir in jeder Sekunde glaubten, daß unser Leben am Ende wäre. Ich saß mit Mutter im kleinen Kartoffelkeller. Ich hatte sie auf den Schoß genommen. Geduckt hockten wir so, jeden Moment befürchtend, von einer Bombe getroffen zu werden. Die Luft war erfüllt von einem einzigen Zischen, Heulen und Krachen. Die Hauswände bebten. Oft war es so, als wenn der Erdboden samt dem Haus sich hebte und senkte. Mutters Gesicht war verstört und verzerrt - Ich glaube, auch ich hatte eine andere Gesichtsfarbe bekommen - Wir beteten. Hundertmal seufzte Mutter auf: Die ärm Junge! Als der Bombenhagel etwas aufhörte wagten wir uns aus dem Keller nach oben. Wir mußten über aus den Angeln gerissene Türen, herabgefallene Kleider, herausgerissene Fensterrahmen und Glas den Weg nach der Küche schaffen. Es war ein Bild der Zerstörung.

Wir umarmten uns vor Freude und dankten dem Herrgott, daß wir noch lebten. Nun standen wir in der Küche. Licht und Wasser war nicht mehr vorhanden. Licht wurde ersetzt durch den feuerroten Schein der Brände in der näheren und weiteren Umgebung. Kein einziges Fenster war mehr in der Küche vorhanden, sogar die Fensterrahmen waren herausgerissen. Teils lagen sie in der Küche herum, teils fanden wir sie auf der Straße wieder. Um unsere Küchenlampe band Mutter jeden Abend als zusätzliche Verdunklung eine dunkle Zierschürze. Diese fanden wir im Küchenschrank wieder fest darin eingehüllt die Porzellanglocke. Das Ganze war durch den Luftdruck durch das Glas des Küchenschrankes in denselben geschleudert worden. Zimmertür, Küchen- und W.C.-Tür sowie unsere Haustür lagen verstreut umher. Die Haustreppe war aus ihrem Lager gerissen worden und hatte sich über den Hausflur bis zur Küchenwand abgesetzt. Ich wagte trotzdem einen Aufstieg in die Schlafzimmer. Auch hier lagen sämtliche Türen zersplittert am Boden. Sämtliche Fenster waren auch hier zerstört.

Die Wand zwischen Eltern- und Kinderschlafzimmer zeigte einen großen Riß und war dem Einfallen nahe. So wie wir, waren die meisten Häuser betroffen. Die Wohnungen von Hansen bis Röckrath sind teilweise vollständig samt den Möbeln zerstört. Überall zeigte sich ein trauriges Bild. Die Hauptursache hierfür war eine Luftmine, die im Garten von Vonthron und Hahnke niedergegangen war. Aber auch im näheren Umkreis gefallene Bomben hatten das ihrige dazu beigetragen. Zum Glück wurde keine Person tödlich verletzt. Verletzungen erlitten Herr Schneider (Beinbruch), Frau Hahnke (Armbruch), Herr Knauf Arm- und Schulterbruch und Lungenriß. Bruno Knauf Gesichtsverletzungen. Leichtere Verletzungen hatte fast jeder erhalten. Es ist nicht zu schildern. Heute noch ist man noch nicht über die schreckliche Nacht hinausgekommen.

Auch unser Schrebergarten nebst der Gartenlaube bildete ein Bild der Zerstörung. Vielleicht berichte ich später noch mal über alles. Jetzt habe ich eine Lust mehr und bin müde und abgespannt.

Sonntag, den 23.4.44

Heute ist Sonntag. Den ganzen Tag habe ich gezimmert und gehämmert. Türrahmen und Türen wieder eingesetzt, ebenso die Fensterrahmen und Fenster. Statt Glas haben wir uns Notglas besorgt. So ist es wenigstens mit der Zugluft vorbei....

Man möchte zittern vor dem Gedanken, daß mal plötzlich eine Invasion der Alliierten kommt. Die Zeitungen sind ja voller Hoffnung, daß eine Invasion mit einer Niederlage des Feindes enden würde. Die Meinung der Bevölkerung ist geteilt, die der Soldaten ebenfalls. Auf jeden Fall wird sie täglich erwartet. Und dann ist es vorbei mit dem Urlaub unseres lieben Jungen. Ich möchte ihn so nach Hause zerren. Denn was soll aus der lieben Mutter werden, wenn jede Hoffnung auf Urlaub zerschlagen würde. Dazu noch die schreckliche, bange Zeit, wo wir ihn im Kampf wissen. Geht es dann so, wie bei unserem lieben Hans? Warten, warten und was am Ende? Ich mag nicht dran denken…

In der Stadt sieht es noch immer böse aus. Immer noch brennende Häuser, keine fahrende Straßenbahnen, keine lachende Gesichter. Man wünscht sich ein baldiges Kriegsende herbei.

 (Juni 1944)

Dienstag, den 6.Juni 1944, 11 Uhr.

Ich befinde mich im Dienst. Da kommt mein Vorarbeiter und sagte: „Wissen Sie schon, daß die Engländer gelandet sind? -Nein, wo? - In Frankreich zwischen Cherbourg und Le Havre." – Ich bin platt. Nun ist Jüppchen mitten drin...

Mittwoch, den 7. Juni 1944

Tatsächlich, die Invasion ist da. Starke Kräfte wurden am Kanal gelandet. Teilweise wurden sie zurückgeschlagen, an einigen Stellen versucht der Feind sich noch zu halten und die Brückenköpfe zu erweitern.

.... An ein günstiges Ende der Invasion glaube ich nicht e mehr. Die Feinde scheinen in großer Überlegenheit über den Kanal zu kommen. Wie es scheint haben wir auch nicht genügend Flugzeuge entgegen setzen können.

Darauf hatte doch alles gehofft. Also wird jetzt die Schlacht um das Festland Europa jetzt auch hier im Westen beginnen. Diejenige Nation, die mit großer Überlegenheit die Luft beherrscht und auf der Erde Tanks in Massen einsetzen kann, wird wohl diese Schlacht siegreich beenden können. Bei einem Gleichgewicht der Waffen werden wir Deutsche bestimmt den Sieg davontragen können. Aber noch sieht es ganz nüchtern betrachtet, nicht danach aus. Oder soll das OKW noch alles in Reserve halten? …..

 (Juli 1944)

Dienstag, den 11.Juli 1944

Nachricht von Josef: Vermißt!.... 

 (August 1944)

Montag, den 21.8.1944

Heute hatten wir einen freudigen Tag. Der freudigste des ganzen Krieges. Um 11 Uhr klingelte mein Diensttelefon. Am Apparat war mein Chef. Er sagte „Herr Kolvenbach, ich muß Ihnen eine freudige Mitteilung machen. - Ich horchte auf - Ihr Sohn hat aus der Gefangenschaft geschrieben. Nun gehen Sie nach Haus und freuen sich mit Ihrer Frau." - Ich war platt. So ein Glück? Jüppchen selbst geschrieben? Sofort versuchte ich zu Hause anzurufen. Ach, das Telefon war gestört. Durch Hilfe des Prüfschrankbeamten konnte ich aber bald Mutter sprechen. Was war das für eine glückliche Stimme. Dann ging es im Tempo ab nach Hause.... Freude verbindet sich mit Leid. Jetzt sehen wir wieder auf der einen Seite das Glück, dass wir unseren „Jüngsten" lebend und gesund wissen und auf der anderen Seite? Was mag nun mit Hans sein? Immer noch leben wir fest in dem Glauben, daß auch er noch lebt, und er uns eines Tages mit einem fröhlichen Lächeln erfreut... [Josef] schreibt, daß er unverwundet am 6.6. in engl. Gefangenschaft geraten sei. Es ging ihm gut....

(September 1944)

Samstag, den 2.9.44

Heute schrieb Jüppchen den ersten Brief aus engl. Gefangenschaft. Er ist gesund und zufrieden.

Donnerstag, den 7.9.44

Heute kam ein Brief aus Kanada an. Nun hat der Kerl eine weite Reise hinter sich und sitzt im Land der Indianer. Er schreibt nur Günstiges.... Ist die Gefangenschaft auch ein hartes Los, so ist sie doch dem Schlimmsten vorzuziehen. Wenn einer seiner Pflicht genügt hat und als Soldat kein Feigling war, der darf auch mit ruhigem Gewissen in die Gefangenschaft gehen. Und für die Angehörigen daheim besteht wenigstens die Hoffnung auf ein glückliches Wiedersehen.

Seit dem 3.9.44 ist hier in Köln ein großes Zurückfluten der Truppen von der Westfront festzustellen. Die ersten Tage sah es so aus, als wenn man den Krieg verloren gäbe. Autos mit Offizieren und Soldaten rasseln den ganzen Tag aus Richtung Aachen kommend über die Brücken. Soldaten auf Fahrräder, das Gepäck auf dem Ständer angeschnallt radeln zurück. Fragt man jemand weshalb dies alles, dann bekommt man zur Antwort, die Offiziere hatten gesagt: Haut ab, rette sich wer kann. An der Front sei der Teufel los. Die Feinde wären ihnen dauernd auf den Fersen. Die Überlegenheit des Feindes an Panzer und besonders an Flugzeugen wäre gewaltig. Die ersten Tage war auch alles wild durcheinander. Dann aber griff anscheinend Partei und Wehrmacht ein. Überall wurden Posten aufgestellt. Jeder Offizier und Soldat wurde angehalten. Der keinen Marschbefehl hatte, wurde festgehalten und einem Sammellager zugeführt. Keiner kam unkontrolliert über die Brücken. Sogar wir als Zivillisten wurden angehalten und Ausweise kontrolliert. Heute ist ein Nachlassen des Zurückflutens festzustellen. Die Front scheint zum Stehen zu kommen.

Dienstag, den 12.9.44

- die Räumung Aachens wurde angeordnet.

Samstag, den 16.9.44

Ein großer Flüchtlingsstrom kommt die Straßen von Aachen und Düren herunter. Ihre Habseligkeiten führen sie mit sich auf Lastwagen, Personenwagen, mit Fahrrädern und zu Fuß, ein Wägelchen hinter sich ziehend. Es sind traurige Bilder. Aachen ist stark bedroht und von 3 Seiten eingeschlossen. Die Amerikaner sind bis Stolberg vorgedrungen. Der Kanonendonner ist stark hörbar. Jetzt spürt man, daß der Krieg in und an den Grenzen unseres Vaterlandes steht, Wir waren in Esch. Dort wurde 1/4 des Viehbestandes beschlagnahmt. Die Bauern schimpfen. In Köln besteht noch immer die scharfe Kontrolle über Militär- und Zivilpersonen. Die Alarme reißen nicht ab.

 (Oktober 1944)

Samstag, den 14.10.44

Tolle Wochen liegen hinter uns. Vielleicht noch schlimmere stehen uns bevor. Viele große Tagesangriffe hat Köln aushalten müssen. Heute Morgen wurden 2 Kabel der neuen Mülheimer Brücke getroffen. 

Bei dem Angriff heute Mittag ging die Brücke in die Luft. Man sagt, daß dieselbe durch die eingebaute Sprengladung hochgegangen sei. Die Rheinschiffahrt ist unterbrochen.


Luftbild der zerstörten Mülheimer Brücke *

Montag, den 23.10.44

Gestern war ich wieder in Esch - per Rad - Es verkehrt kein Zug, keine Straßenbahnen fahren. Mutter befindet sich schon seit dem 8.10. dort. Sie konnte es hier nicht mehr aushalten....

In der Wohnung muß ich ohne Gas, Wasser und Licht hausen. Wasser wird im Schrebergarten geholt. Lebensmittel sind noch zu haben. Nur der Brotverkauf gestaltet sich schwierig, da die Bäcker keinen Strom haben. Da müssen die Leute Schlangen stehen, um etwas zu erhalten. Sonst ist die Organisation gut. Jeder Wagen wird angehalten und muß Personen mitnehmen. Man sagt, es geht zum "Anhalte" Bahnhof. - Halt, ich merke das Licht ist wieder da. Hurra. Tatsächlich, auch Wasser ist wieder am kleinen Kränchen im Keller zu haben. Gott sei Dank. Nun ist das Junggesellenleben wieder erträglicher.

Donnerstag, den 26.10.44

Heute Nachmittag gegen 15.30 Uhr kam plötzlich Großalarm. Schon überflog auch schon ein Verband feindl. Flieger die Stadt und warf viele Bomben auf Leverkusen. Eine dichte Rauchwolke stieg hoch. Jetzt, abends, brennt Leverkusen noch immer…

Heute schrieb Nichte Elisabeth von Setterich einen Brief vom 17.10. Sie teilte uns darin mit, daß ihr Vater durch feindl. Artillerie in seinem Haus zu Tod gekommen ist. Der arme, gute Kerl. Es ist fürchterlich, besonders für meine Schwester Agnes. Nun sitzen sie in einem Nachbarkeller, da ihr Haus 2 Volltreffer erhalten hat. Es ist furchtbar.

Montag, den 30.10.44

Es ist Montagabend. Am Samstag war ich zur Mutter nach Esch gefahren und bin heute Nachmittag wieder gekommen. 3 schwere Angriffe sind mir dadurch erspart geblieben. Aber als ich vor unserem Haus stand, war ich sprachlos. Türen und Fensterrahmen waren wieder herausgerissen und lagen reihenweise auf der Wiese und teils in den Zimmern. Eine 25 Ztr. Bombe war in unseren Schrebergarten gefallen und hatte ungeheure Wirkung gehabt. Natürlich sieht man in dem schönen Garten kein grünes Blättchen mehr. Das Gartenhaus, Pfirsichbäume, der 2 ½ m hohe Gartenzaun mit Eisenpfählen, alles ist verschwunden. Ein glatter Erdteppich ist übrig geblieben.

Zusatz zur Abschrift des Tagebuches, die ich heute am 12.3.1980 schreibe. Die Zerstörung unseres Schrebergartens erfolgte erstmals, wie ich berichtet habe, in der Nacht vom 20/21.4.44. Auch damals war alles bis zum Boden zerstört. Mit viel Mühe und Fleiß baute ich mir ein neues Gartenhaus, pflanzte neue Bäume und Sträucher und errichtete auch einen neuen Zaun mit Eisenstäben und Maschendraht. Der entstandene Schaden erhielt ich damals vom Gartenbauverein ersetzt. Mühe und Arbeit für die Neugestaltung bezahlte der liebe Gott.

Heute habe ich nur die Küche was aufräumen können. Gleich lege ich mich aufs Sofa zum schlafen Alarm! – Ich gehe zum Bunker. 23.00 Uhr. Soeben bin ich zurückgekommen. Köln hatte wieder einen sehr schweren Angriff zu bestehen. Der südwestliche Stadtteil gleicht einem einzigen Feuermeer. Dauernd hörte ich die Detonationen von Zeitbomben. In unserer unmittelbaren Nähe ist nichts gefallen.

31.10.44, 23.oo Uhr.

Wieder bin ich nach Alarm aus dem Bunker zurückgekommen. Wieder ein großer Angriff im südwestlichen Stadtteil. Fast ununterbrochen erfolgt wieder eine Detonation nach der andern. Diesmal scheinen es aber keine Zeitbomben zu sein, vielmehr scheint es sich um Explosionen zu handeln. Kirchturmhoch geht eine Stichflamme hoch, dann hört man dann hört man den Schall. Morgen fahre ich wieder zur Mutter. Ich halte es in der Bude nicht mehr aus….

 (November 1944)

2.11.44

Ich war wieder über Nacht in Esch und konnte mir so die Aachener Str. mal ansehen. Wir glaubten schon immer nach jedem Angriff, schlimmer könnte es nie werden. Aber wie heute - unter anderen Straßen natürlich - die Aachener Str. von Opernhaus bis Militärringstr. aussieht, ist nicht zu fassen. Die Fahrdrähte der Straßenbahnen hängen bis Weiden wirr durcheinander. Bombentrichter neben Bombentrichter bedecken die Straßen und angrenzende Häuser. Das ist wirklich totale Vernichtung.

 (Dezember 1944)

25.12.1944

Heute, am ersten Weihnachtstag, sitzen wir in Esch bei meinem Bruder Sebastian. Von Feierlichkeiten wollen wir nichts wissen.... Was ist nun alles in dieser Zeit vorgefallen….

Engländer und Amerikaner sind im Süden bis an den Rhein, im Norden bis Mittelholland vorgedrungen. In der Mitte der Front stehen sie an der Roer und Rur. So stehen sie bei Untermaubach, Krauthausen, vor Jülich und Linnich. Vor einer Woche haben unsere Truppen eine große Offensive begonnen und einen großen Durchbruch von der Schneeeifel aus in Richtung Belgien und Luxemburg erzielt. Anscheinend war es eine große Überraschung für die Feindseite. Tausende Gefangene wurden gemacht und große Mengen Kriegsmaterial erbeutet. Besonders kommt der Wehrmacht der bei uns so knappe Brennstoff zu gute. Vor einigen Wochen sah es so aus, als würde bei Jülich täglich die Front durchbrochen und ein Durchbruch bis zum Rhein erzielt. Von Seiten der Wehrmacht wurden in allen Dörfern meist an den Ausgängen Panzersperren errichtet.

Von Oberembt kommend errichteten Schanzarbeiter quer durch das Feld Schützengräben bis nach Bergheim und von da nach allen Seiten in Richtung zum Rhein. Vor Jülich steht auch heulte noch eine amerikanische Armee. Diese schoß mit ihrer Ari bis nach Bergheim. In Esch ist Gott sei Dank noch kein Haus beschädigt worden. Die Granaten schlugen rechts und links vom Dorf ein. Dagegen gab es in Elsdorf viele Schäden. Jetzt ist es merklich ruhiger geworden. Unsere Artillerie, die hier in der Gegend Stellung bezogen hatte, ist auch wieder abgerückt. So bleiben im Augenblick nur noch die Feindflieger übrig, die sich den ganzen Tag durch die Lüfte tummeln. Leider haben sie keinen Gegner. –

Viele Familien aus Esch und den frontnahen Ortschaften sind geflüchtet. Viele haben nur Handgepäck mitgenommen. Sie sind mit Sammeltransport nach dem Harz oder nach Thüringen gebracht worden. Andere haben Teile ihres Hab und Guts auf Wagen und Karren geladen und sind ins Bergische Land oder Siegkreis gewandert.

Die Bewohner der Dörfer, in denen der Krieg schneller herein getragen wurde, konnten meistens nur sehr wenig retten....

So fordert der Krieg schnell seine Opfer…